Die Lügen der Klimakrisenleugner enttarnt.

Dass der Klimawandel stattfindet und menschengemacht ist, bestreitet kein ernstzunehmender Wissenschaftler. Auch dass dringendes Handeln geboten ist. Warum also hört man immer wieder andere "Meinungen"?

Und wieso halten sich hartnäckig Unwahrheiten darüber, dass insbesondere Elektroautos und Windräder extrem schlimm seien?

Dazu muss man erst einmal verstehen, wer von diesen Stammtisch-Märchen profitiert, und dass diese Gegner hart spielen, weil es um zig Milliarden Profite geht.

--->>>  Bitte runter scrollen – weiter unten sammle ich die häufigsten Lügen, jeweils mit Richtigstellung und ggf. Quellen dazu.

Die Ölindustrie weiß seit den siebziger Jahren genau bescheid.

Der Ölkonzern Exxon hat z.B. 1981 in einem geheimen internen Dokument vorausgesagt, dass die erwartete Verdopplung der CO2-Konzentration in den nächsten hundert Jahren zu einem globalen Temperaturanstieg von drei Grad Celsius führen wird. 


Die Manager wussten also genau bescheid. Aber die Profite gingen vor, also:

Um das Jahr 1990 wurde eine massive Anti-Klimaschutzkampagne im Auftrag verschiedener US-Ölfirmen und US–Autohersteller in den USA gestartet. “Die Wissenschaftler sind sich gar nicht einig…” und “Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung” – diese Lügen wurde seitdem, inzwischen 40 Jahre lang, mit Milliarden Dollar teuren Kampagnen von großen Öl- und Kohlekonzernen verbreitet. Leider waren diese Kampagnen sehr erfolgreich. Die Automobilindustrie und Energiekonzerne in Europa haben die gleichen Profitinteressen und sind eng mit der Politik verbunden.

Klimawandelleugner heute – schlagkräftig unterwegs

Auch heute noch gehen diese Kampagnen weiter. Die Konzerne werden in die Enge getrieben. Durch Fridays For Future, durch die EU-Politik (z.B. Flottenverbrauch bei Autos), durch die immer günstiger werdenden erneuerbaren Energien, durch die Erfolge von Tesla bei Elektroautos usw.

Also werden die Anstrengungen verstärkt, die Budgets erhöht. Viele Konzerne (u.a. RWE) haben zusätzlich "Greenwashing"-Kampagnen gestartet, um sich einen sauberen Anstrich zu geben, während sie im Hintergrund weiter massiv Lobbyarbeit betreiben.


Nur ein Beispiel: Das Heartland Institute (USA) und seine Schwester EIKE (Deutschland) verbreiten Lügen und Meinungsmache über so ziemlich alles, was mit dem Klimawandel zu tun hat – mal leugnen sie die Erderwärmung gänzlich, mal nur den Rolle der Treibhausgase. Weitere Themen für Angstmache sind Versorgungssicherheit beim Strom, die Behauptung, dass erneuerbare Energien hohe Strompreise verursachen würden, Behauptungen über Windräder, Elektroautos, Klimapolitik anderer Länder mit dem Narrativ "Wir Deutschen sind die einzigen, die spinnen" usw. 

Es werden Broschüren gedruckt, Artikel verbreitet, kleinere Inhaltsfragmente wie "Memes", Karikaturen und Aussagen in den sozialen Medien produziert, und es wird auch mit "Influencern" z.B. auf YouTube gearbeitet. Die Finanzierung der Kampagnen wird z.B. über Stiftungen in den USA verschleiert.

Reportage von Frontal21 und Correctiv: Under Cover bei Klimawandelleugnern


Auch die rechtsradikale AfD, Vereine wie "Vernunftkraft" (Klimawandelleugner und Windkraftgegner) und Gruppierungen innerhalb der CDU/CSU (z.B. WerteUnion) leugnen den menschengemachten Klimawandel.

Die Argumente der Klimawandelleugner, und wie man sie entkräftet.

Argument 1: "Den Klimawandel gäbe es ja gar nicht bzw. es gäbe ihn, aber er würde nicht von Menschen verursacht"

Angeblich behaupten viele (z.B. 500) Wissenschaftler, dass der Klimawandel nicht menschengemacht sei

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Hier der Faktencheck auf correctiv.org dazu.

Dass der Klimawandel stattfindet, und dass er maßgeblich durch Treibhausgasemissionen und Entwaldung verursacht wird, bestreitet kein ernstzunehmender Wissenschaftler.

CO2 sei ja gar nicht schädlich, die Pflanzen bräuchten es doch zum Wachsen...

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Ja, das stimmt zwar, aber das hat ja gar nichts mit dem Treibhauseffekt zu tun. Eine höhere CO2-Konzentration fördert allerdings das Pflanzenwachstum auch kaum.

Das Problem ist vielmehr, dass Pflanzen auch Wasser zum Wachsen benötigen – d.h. mit zunehmender Trockenheit nimmt das Wachstum ab. Auf völlig ausgetrockneten Böden wächst gar nichts mehr. Die Wälder können weniger CO2 aufnehmen, was wiederum den Klimawandel verstärkt.

Der Mensch habe ja nur einen Anteil von 3% am jährlichen CO2-Ausstoß, wie könne er da am Treibhauseffekt schuld sein?

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Das ist natürlich Unsinn: Die genannten 97% sind ein geschlossener Kreislauf. Es wird seit Jahrtausenden etwa so viel ausgestoßen, wie auch wieder von den Pflanzen für ihr Wachstum verbraucht wird. Erst seit der Mensch fossile Brennstoffe verfeuert, kommt jedes Jahr mehr CO2 zusätzlich hinzu. Dieses wird nicht verbraucht, es reichert sich an. Inzwischen sind etliche Milliarden Tonnen zusammengekommen.

> Der Focus erklärt das hier noch einmal ausführlicher.

Die Erde erwärme sich ja gar nicht, sondern kühle sich ab

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Hier werden völlig unterschiedliche Zeiträume verglichen: In den Jahrtausenden unserer Zivilisation bis zur Industrialisierung waren CO2-Konzentration und Erdklima weitgehend konstant, seither hat sich die Temperatur bereits um fast 1 Grad im Durchschnitt erwärmt, was ebenso messbar ist, wie die um fast Faktor 1,5 angestiegene CO2-Konzentration und die zunehmende Versauerung der Meere durch zusätzliches eingelagerte Kohlensäure.

Die NASA beobachte, dass sich "überall" neues Eis bilde, am Beispiel eines Gletschers

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Das kam 2020 durch die sozialen Netze. Habe selbst recherchiert, es handelt sich nur um einen einzigen Gletscher, der auch nicht wächst, sondern nur etwas langsamer schmilzt. Die Ursache ist einfach: U.a. auch durch den Klimawandel verläuft eine Meeresströmung anders als früher.

Die Viktoria-Fälle seien gar nicht ausgetrocknet. Angeblich wird hier die Lügenpresse entlarvt.

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Hier haben Klimawandelleugner schlicht einen ganz kleinen Ausschnitt der Victoriafälle fotografiert, in dem es noch ein bisschen Wasser gab. Schaut man die Fälle als Ganzes an, sieht man, dass Die Fälle kaum noch Wasser geführt haben.
Siehe Artikel mit der Richtigstellung dazu.

Argument 2: "Die Maßnahmen, Technologien, Lösungen sind ungeeignet."

Ohne Kohle- und Atomstrom würden wir auf einen Blackout zusteuern, die Stromnetze brächen zusammen, oder wir müssten in großem Stil Kohle- und Atomstrom aus Nachbarländern importieren

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Horrorszenarien müssen wir nur befürchten, wenn wir die Energiewende völlig falsch anpacken. Die Energieformen (Wind, Sonne, Wasser) ergänzen sich gut, besonders wenn sie dezentral über das Land verteilt sind. Sie können mit (ebenfalls dezentralen) Speichern und bestehenden Biogasanlagen kombiniert die Versorgung zuverlässig sichern.

Windräder würden unglaublich viele Vögel und Insekten töten und enorme Waldflächen vernichten

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Im Vergleich zu Autoverkehr oder Gebäuden sind Windräder nur für einen geringen Teil der getöteten Tiere verantwortlich. Die gerodete Waldfläche ist während der Bauarbeiten größer, es wird aber neu angepflanzt. Der Wald stirbt, wenn überhaupt, wegen des Klimawandels, und nicht wegen der Windräder, die wir brauchen, um den Klimawandel zu stoppen.

Dass Erdgas sehr umweltfreundlich und unverzichtbar für die Energiewende sei

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Inzwischen ist bekannt, dass bei Förderung und Transport von Erdgas (Methan) weltweit große Mengen davon in die Atmosphäre entweichen. Methan ist ein äußerst starkes, schädliches Treibhausgas – unterm Strich ist Erdgas daher nicht klimafreundlicher, als Kohle oder Erdöl.

Über Elektroautos wird ebenfalls ziemlich viel Quatsch verbreitet.

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  • Dass es "saubere" Diesel oder Benziner geben könne -> Unsinn. Dass man Abgase reinigen kann, hat keinen Einfluss auf die mehr als 20-mal schlechtere CO2-Bilanz im Vergleich zu Ökostrom.
  • Kinderarbeit bei der Kobaltgewinnung -> Heuchelei. KInderarbeit gibt es weltweit in allen möglichen Branchen. Im industriellem Großbergbau kommt sie auch bei Kobalt kaum vor – in kleinen Minen allerdings schon. Es ist also eine Frage der Auswahl der Lieferanten und kein generelles Problem von Batterien. Zudem werden Batterien zukünftig wohl kobaltfrei sein. Bei Lithium sieht es ähnlich aus, hier werden weltweit neue Vorkommen erschlossen, sogar in Deutschland.
  • Dass man durch den enormen CO2-Rücksack bei der Batterieproduktion 100.000 km fahren müsse, bevor das E-Auto umweltfreundlicher sei -> Völlig veraltete und falsch interpretierte Zahlen aus einer Studie von 2017, inzwischen sind es meist weniger als 20.000 km.
  • Dass man Kohlestrom lädt -> Nein, man kann Ökostrom laden und sogar Solarstrom vom eigenen Dach, mit dem man 100km für weit weniger als 3 EUR fährt.
  • Völlig übertriebene Angaben zu Ladezeiten und falsche Annahmen zum Ladeverhalten: Bereits heute können nahezu 50% der Autobesitzer zuhause oder auf der Arbeit laden und nur wenige fahren täglich (!) Langstrecke, so dass sie Autos mit größerer Reichweite und besonders gut ausgebautem Ladenetz wie z.B. bei Tesla benötigen.
  • Märchen über brennende Batterien, liegenbleiben im Winter im Stau, Batterien, die nur wenige Jahre halten (inzwischen mind. 500.000 km, eher 1 Mio).
  • Die Stromnetze würden zusammenbrechen -> Das geht von völlig falschen Annahmen über das Ladeverhalten und die Anzahl der Fahrzeuge aus, die in den nächsten Jahren auf der Straße sind.
  • Dass wir auf Wasserstoff oder sogar synthetische Kraftstoff ("E-Fuels) warten sollten -> Ist der größte Unsinn. Siehe Seite "Lösungen" – Die Batterie hat längst gewonnen. Mit Wasserstoff braucht man mehr als die dreifache Energiemenge pro gefahrenem km. Selbst wenn die Fahrzeuge billiger werden würden und es irgendwann genug Tankstellen gäbe, wäre die Energie also mehr als 3x teurer, und wer will schon unnötig viele Windräder? Bei E-Fuels bräuchte man sogar die fünffache Energiemenge und hätte weiterhin dreckige Luft in den Städten.


Zu Elektroautos habe ich eine eigene Seite mit Infos zusammengestellt:

> Wissenswertes über Elektro-Autos

Dass man schon bald Wasser ohne Energieaufwand in H2 spalten könne, oder es total billige, klimaneutrale synthetische Kraftstoffe geben wird, mit denen man den alten Verbrenner weiter fahren kann.

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Das mit dem Wasser verstößt natürlich gegen die Grundlagen der Physik, den Energieerhaltungssatz.

Das mit den synthetischen Kraftstoffen indirekt auch, denn man braucht für die Herstellung von Kraftstoffen auf jeden Fall mehr Energie, als man letztlich wieder herausholen kann. Und Verbrennungsmotoren haben einen unterirdisch schlechten Wirkungsgrad, da sie nur rund 20% der Energie in Bewegung und den Rest in (Ab)-wärme umwandeln, die nur unnötig die Städte aufheizt. Es ist undenkbar, dass diese enorme Energie-Verschwendung jemals zu niedrigeren Kosten führen kann, als die direkte Nutzung der Energie ohne Umwege.

Argument 3: "Klimaschützer seien scheinheilig, ungebildet oder gar Teil einer Verschwörung."

Angriffe und Unterstellungen, die sich auf Personen oder Gruppen beziehen, sind natürlich gar keine Argumente zur Sache und ein No-Go. Selten hilft ein freundlicher Hinweis hier noch aus, falls nicht sollte man seine Zeit nicht mit solchen Menschenen verschwenden.

Luisa Neubauer (oder Greta Thunberg, und generell alle Grünen) seien nur Heuchler, weil sie auch mal mit dem Flugzeug geflogen sind, ein Eis gegessen haben oder ihre Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren haben.

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Man kann sich im Verhalten jedes Einzelnen irgendeinen schädlichen Aspekt herauspicken. Wer schamlos einen Businessflug nach dem anderen bucht, hat noch nichts verstanden und spielt dennoch in einer anderen Liga. Letztlich ist es aber wichtiger, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes zu bewegen.

Fridays For Future seien ungebildet und sollten lieber zur Schule gehen.

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Meist ist derjenige, der solche Dinge bringt, selbst eher ungebildet und hat meist ein schlechtes Selbstwertgefühl. Im persönlichen Kontakt kann man hier meist noch etwas verändern, im Internet eher nicht.

Klimaschutz würde nur Arbeitsplätze vernichten, wahrscheinlich sogar absichtlich (Morgenthau-Plan, Verschwörungstheorie)

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Hier muss man zwischen berechtigten Ängsten – denen man mit Gegenbeispielen und Argumenten begegnen kann – und hoffnungslosen Verschwörungstheoretikern unterscheiden.